Koffeinhaltiges Finale

Nun genießen wir bereits eine Woche die thailändische Sonne und haben noch keinen Beitrag zusammengeschrieben. Durch die Sonne wird man eben träge – das merkt man auch an den Hunden. Statt aggressiv das Revier zu verteidigen, liegen die Vierbeiner von der Sonne erschlagen auf der Straße und beobachten ohne jede Regung, wie wenige Zentimeter vor ihnen ein mit fünf Taschen behangenes Fahrrad vorbeirollt. Georgische Hunde konnten diesen Anblick zumindest nicht ertragen.

In den letzten Tagen hat es Thailand bereits geschafft, in unserer persönlichen Länderbewertung das Urteil ¨besonders geeignet für Radfahrer¨ zu erhalten. Ein Blick auf unseren präzise ausgearbeiteten Bewertungsbogen zeigt mir volle zehn von zehn Punkten bei Verpflegung, Campingplätzen, Lagerfeuermöglichkeiten, Freundlichkeit der Menschen, Touristenhighlights und auch bei den sehr wichtig Badestellen. Gerade die Campingstellen hoben sich von denen der letzten Länder besonders ab. Statt zweckerfüllenden Übernachtungsstellen kam wieder viel mehr Campinggefühl auf. Selbst wenn wir in der Nähe von Häusern übernachteten und das Gefühl hatten, dass wir die Privatsphäre der Menschen stören könnten, wurden wir freundlich begrüßt und bekamen sogar noch Feuerholz und Anzünder geschenkt. Und dann die Sache mit dem Kaffee! Thailand liebt Kaffee und wir tun es auch. Nach einer, den hohen Erwartungen geschuldeten Kaffeeenttäuschung in Laos wurden wir hier mit Kaffeeeindrücken regelrecht überreizt. Italienische Hochleistungsmaschinen winken uns von der Straße zu und geben sich größte Mühe, dass wir unsere lange Kaffeeabstinenz weit hinter uns lassen. Bohnen aus dem Norden Thailands werden von engagierten Kaffeeladenbesitzern direkt vom Bauern gekauft, selber geröstet und auf altbekannte, italienische Art zubereitet. Thailand, du hast uns in der Hand!

Gestern sind wir in der Hauptstadt des Nordens von Thailand angekommen. Chiang Mai müsste eigentlich auf unseren Reiseaufklebern ergänzt werden, denn auf denen steht ¨Darmstadt – Kaschgar 2014¨. Weiter wollten wir damals nicht planen und gerade die Freude über Thailand bestätigt wieder, dass viel Planerei nur einschränkt und Erwartungen aufbaut, die eventuell dann nicht erfüllt werden können. Dann lieber unerwartet überrascht werden – von Koffein oder sonnenverbrannten Hunden oder so.

Chiang Mai ist nun zu unserem Ziel der Radtour geworden. Die Tour ist nun gelaufen, aus und vorbei. Übrig bleiben noch zwei Wochen, in denen wir per Bus ein paar weitere thailändische Orte anfahren, bei denen unsere Räder kugeellagerschonend im Gepäckbereich des Buses liegen werden. Nach 11700 Kilometern und 117 Fahrradfahrtagen haben sich das unsere Räder verdient. Fast ein bisschen frech werden wir uns heute zwei Mopeds leihen und mit befreundeten Radfahrern motorisiert in der Region rund um Chiang Mai unterwegs sein – ganz ohne Muskelkraft, Schweiß und fünf Taschen pro Gefährt aber eben auch ohne dem direkten Kontakt zu den Leuten, ohne von Autofahrern motiviert und angelächelt zu werden und ohne auf einen bald erscheinenden Wasserfall zu hoffen, der  nach einem langen Anstieg für Erfrischung sorgt.

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Am letzen Morgen in Laos begrüßt uns ein Elefant am Zelt.

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Königreich Thailand - überall sieht man Bilder vom König

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Auch noch im Osten Thailand - Extremsteigung

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Viele Berge und enge Täler

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Bananenfriteuse

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Guckender Mann

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Bergiger Norden ThaiIands

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12 thoughts on “Koffeinhaltiges Finale

  1. Micha!!! Pass auf Julius auf!!! Du erinnerst Dich doch: Julius und Moppet – das passt nicht so gut.
    Genießt die Tage in den Tropen und stärkt Euch für den Aufschlag im Kalten und Dunklen.

  2. Aus und vorbei?? Hallo??? Wo bleibt das Positive? Noch liegen zwei Wochen Überraschungen, Abenteuer, Erlebnisse vor Euch und ich hoffe doch sehr, auch in den nächsten zwei Wochen gelegentlich von Euch in diesem Blog zu lesen!

    Nach den zwei Wochen, meine Lieben, da geht es mit den Abenteuern weiter. Beispielsweise müsst Ihr Euch wieder an mitteleuropäische Dezembertemperaturen gewöhnen. Sobald diese Hürde genommen ist, werdet Ihr , da bin ich sicher, im Freundes- und Familienkreis herumgereicht und von Eurer Weltreise und vom Heldendasein erzählen müssen. Ihr müsst Fotos und die rote Hose zeigen, Ihr müsst Euren Musculus quadriceps femoris befühlen lassen. Ihr werdet sehen: aus der Exotennummer kommt Ihr so schnell nicht raus!

    Nein, das waren jetzt alles keine Drohungen. Und obwohl ich seit Mai denke und es gelegentlich auch sage, dass ich durchaus froh sein werde, Euch wieder in Old-Germany zu wissen, so kann ich Eure leise Wehmut gut verstehen. Mehr noch: Ich fühle sie Euch nach.

    Trotzdem: Es gibt hier eine Menge Menschen, die sich auf Euch freuen!

    Unter anderem

    die MMC

  3. Hallo Ihr Pedalritter, Ende im Gelände? Dann seht Euch in Chiang Mai richtig an. Dort gibt es das Goldene Dreieck, hier könnt Ihr auf Laos, Birma und Thailand blicken. Dieses goldene Dreieck steht auf einem Hügel!!! Ein wunderschöner Blick. Ferner solltet Ihr das Opium – Museum besuchen. Sehr interessant und einzigartig.(Ein gutgemeinter Tipp aus der Familie, der Nichtraucher) Ansonsten wünsche ich Euch ruhige erholsame Tage.
    Den kleinen, aber feinen Rest schafft Ihr auch noch. Wir hoffen und freuen uns auf ein gesundes Wiedersehen. Liebe Grüße Magdalena u. Anhang

  4. Beifall für die Zieleinfahrt! 117km pro Tag im Schnitt! Ich ziehe meinen Hut vor euch, symbolisch. Wenn ihr mal Kinder habt (ich hoffe, der Sattel hat keine Probleme gemacht) , dann könnt ihr denen abendfüllende Einschlafgeschichten erzählen!
    Es waren einmal zwei einsame Radfahrer…

    • Die schönen Zahlen verleiten zu einer Fehlkalkulation. Wir sind 11700 km in 117 Tagen gefahren. Das sind durchschnittlich 100 Kilometer pro Tag. Das kann man aber für fesselnde Geschichten etwas überspitzen…

  5. Hallo Julius, vielen Dank für die Karte. Wir haben uns sehr gefreut. Wir wünschen euch noch schöne Urlaubstage und einen guten Rückflug. Gruß von den Arnsbergern.

  6. Hallo nach Thailand, sollte das Koffeinhaltige Finale, wirklich das Ende der Berichterstattung sein? Na, dann wird uns aber etwas fehlen. Wir wünschen Euch noch eine Gute Zeit und eine glückliche Heimreise. Vielleicht gibt es aus der Hauptstadt ja noch ein paar schöne Bilder??
    Also bis dann, liebe Grüße von den Recklinghäusern

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